10 € Freebet ohne Einzahlung: was bei lizenzierten Sportwetten in Deutschland 2026 wirklich auf dem Tisch liegt
Stand: 19 Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026.

Wer in Deutschland nach einer 10-Euro-Freebet ohne Einzahlung für Sportwetten sucht, stößt schnell auf zwei Sorten von Versprechen. Die einen werben mit „gratis risikofrei“, „ohne Einzahlung“, „ohne OASIS“. Die anderen schweigen zu dem Zusatz und verlangen vorher zumindest einen Euro. Beide Sorten verlangen am Ende Geld – auf sehr unterschiedliche Weise. Dieser Beitrag erläutert, was eine Freebet in Deutschland überhaupt ist, was die Regeln der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder damit zu tun haben, was eine Freebet bei einem Gewinn tatsächlich auszahlt und welche Anbieter auf der Whitelist in welcher Form einsteigen. Er richtet sich an Leser, die überlegen, ob sich das Angebot rechnet – nicht an Leser, die ein sicheres System suchen.
Der nüchterne Stand vorweg: Eine 10-Euro-Freebet ohne eigene Einzahlung ist bei lizenzierten deutschen Buchmachern selten. Was häufiger vorkommt, sind Freebets, die an eine vorherige Einzahlung geknüpft sind, einen Mindestumsatz mit sich bringen oder nur als Wett-Credits nach Aktivierung gelten. Wer mit dem Versprechen „ohne Einzahlung, ohne OASIS“ wirbt, bewegt sich fast immer außerhalb der deutschen Erlaubnis – und verzichtet damit auf den Schutz, den OASIS, das Einzahlungslimit und die deutsche Aufsicht bieten.
Inhaltsverzeichnis
- Schutzregeln, die auch für Bonuskonten gelten
- Neukundenangebote und Freebets: was deutsche Buchmacher tatsächlich versprechen
- Vergleich der zehn lizenzierten Anbieter
- Einordnung: was eine Freebet kostet und was sie bringt
- Rechtslage: warum „ohne Einzahlung“ und „ohne OASIS“ ein Widerspruch sind
- Was die Sportwettensteuer mit der Freebet macht
- Die zehn Anbieter im Einzelnen
- Was eine 10-€-Freebet statistisch wert ist – die Rechnung
- Was diese Seite nicht macht
- Häufige Fragen
Schutzregeln, die auch für Bonuskonten gelten
Bevor es um Angebote geht, zuerst um den Rahmen, in dem sie in Deutschland überhaupt stehen. Der Glücksspielstaatsvertrag 2021, in Kraft seit dem 1. Juli 2021, hat die Regeln für Sportwetten im Internet neu geordnet. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder mit Sitz in Halle (Saale) vergibt seitdem die Erlaubnis, veranstaltet und vermittelt Sportwetten über das Internet zu dürfen, und überwacht die Inhaber dieser Erlaubnis. Auf der Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV stehen ausschließlich die Anbieter und Domains, die eine solche Erlaubnis besitzen. Alles, was in Deutschland Sportwetten anbietet, ohne auf dieser Liste zu stehen, ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel.

Die Schutzregeln greifen unabhängig davon, ob jemand einen Bonus annimmt oder nicht. Sie gelten also auch dann, wenn eine Freebet, ein Willkommensbonus oder ein Quotenboost auf dem Konto liegt.
Mindestalter und ein Konto pro Anbieter. Teilnehmen darf nur, wer volljährig ist, also 18 Jahre alt. Jeder Anbieter führt genau ein Konto pro Person, das vor der ersten Auszahlung vollständig verifiziert sein muss (§ 6a GlüStV). Vor der Verifizierung darf der Anbieter höchstens 72 Stunden lang spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 €, und es gibt keine Auszahlung.
Einzahlungslimit und LUGAS. Standard ist 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg, durchgesetzt über die Limitdatei der LUGAS-Infrastruktur. Ein Anbieter darf für einzelne Spieler höhere Limits festsetzen – bis zu 10.000 €, in einem eng begrenzten Rahmen bis 30.000 € – aber nur, wenn der Spieler seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit nachprüfbar belegt; eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Herabsetzung greift sofort, eine Anhebung erst nach sieben Tagen.
Parallelspiel und Aktivitätsdatei. Es ist verboten, gleichzeitig bei mehreren Anbietern aktiv zu spielen. Das wird über die LUGAS-Aktivitätsdatei überwacht. Wer also bei einem Anbieter eine Einzahlung getätigt hat, kann in derselben Sitzung nicht ohne weiteres bei einem anderen Anbieter wetten – es sei denn, das System lässt es zu.
OASIS, Panikbutton und Selbstsperre. OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, das bei Registrierung und Anmeldung abgefragt wird. Wer sich selbst sperrt, bleibt mindestens drei Monate gesperrt, wenn eine Frist angegeben wurde, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 GlüStV löst eine sofortige 24-Stunden-Sperre aus. Diese Schutzmechanismen sind der Grund, warum „ohne OASIS“ für deutsche Spieler kein Vorteil ist: Wer die Sperre umgeht, hat im Streitfall weder die Aufsicht einer deutschen Behörde noch den Zugriff auf das Sperrsystem.
Zahlungen und Insolvenzschutz. Erlaubte Anbieter akzeptieren nur Zahlungsmittel, die auf den eigenen Namen lauten und von einem Geldwäschegesetz-pflichtigen Institut stammen. Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Produkte sind damit draußen. Spielerguthaben liegt auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto; bei Kontoschließung wird das Guthaben innerhalb von fünf Werktagen gebührenfrei ausgezahlt (§ 6b Abs. 6-7 GlüStV).
Die Konsequenz für Freebets: Ein Bonus ändert nichts an Alter, Verifizierung, Einzahlungslimit, Sperrsystem oder Zahlungsregeln. Wer eine Freebet annimmt, spielt unter denselben Regeln wie ohne Freebet. Was sich ändert, sind die Umsatzbedingungen, die Fristen und die Spielauswahl – die der Anbieter in seinen AGB festlegt und die er in der Auszahlungsphase durchsetzt.
Neukundenangebote und Freebets: was deutsche Buchmacher tatsächlich versprechen
Was in der Werbung als „Freebet“ verkauft wird, hat in Deutschland zwei Hauptbedeutungen. Die eine ist die klassische Gratiswette: ein Betrag, den der Anbieter dem Konto gutschreibt, oft nach einer qualifizierenden Einzahlung. Die andere ist die Wett-Credit-Variante, bei der der Einsatz nach Abrechnung anderer Wetten als Credit freigegeben wird. Beide unterscheiden sich an einem entscheidenden Punkt: Wird der Einsatz der Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt oder nicht?
In der überwiegenden Mehrheit der Fälle nicht. Eine 10-Euro-Freebet zu Quote 1,90 bringt bei einem Gewinn rund 9 € zurück, nicht 19 €. Der Einsatz von 10 € verfällt. Das ist der Mechanismus, der in den Werbebotschaften am häufigsten übergangen wird. Wer „risikofrei“ buchstabiert, sollte mitlesen: Risikofrei heißt, dass der Einsatz im Verlustfall nicht aus eigener Tasche kommt. Es heißt nicht, dass ein Gewinn den Einsatz zurückbringt.
Die Begriffe, die in Deutschland auf den Wettseiten stehen, variieren. „Gratiswette“, „Freiwette“, „Wett-Credits“, „Freebet“ – die Anbieter verwenden sie teils synonym, teils mit eigenen Bedeutungen. Was in jedem Einzelfall zählt, sind die Bedingungen des Angebots: Wie hoch ist die Freebet? Was muss vorher passieren, damit sie gutgeschrieben wird? Welche Quote muss die Wette mindestens haben? In welcher Frist verfällt sie? Was passiert mit dem Gewinn – wird er als Echtgeld ausgezahlt oder wieder als Bonus?
Freebets ohne Einzahlung: selten, meistens anlassbezogen. Was Anbieter wie bet-at-home im Sommer 2026 gemacht haben, war ein Beispiel für eine Freebet ohne Einzahlung: eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026, registrierbar ab dem 9. Juni 2026 über einen Promotion-Link, platzierbar bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr, Gewinne daraus ohne Umsatzbedingungen. Das war keine Daueraussetzung, sondern eine anlassbezogene Aktion mit klarer Deadline. Wer die Aktion verpasst hat, hatte keinen Anspruch mehr. Solche Aktionen kommen vor, sie sind aber nicht der Regelfall, und sie kommen fast nie ohne Anlass.
Freebets mit Einzahlung als Standard. Die meisten Willkommensangebote der lizenzierten Anbieter in Deutschland verlangen eine Einzahlung. Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst; die Einzahlung muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, Obergrenze 100 €, Mindestquote 1,05. Bet365 bewirbt „bis zu 100 € in Wett-Credits“ – die Wett-Credits werden aber erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne aus den Wett-Credits enthalten den Einsatz nicht. Das sind zwei Modelle mit unterschiedlichen Kostenstrukturen: Bei Winamax ist die Freebet selbst frei von Umsatzbedingungen, der Haken liegt in der Einzahlungsumsetzung. Bei Bet365 ist die Hürde die Qualifikation, also die Wetten im Wert der Einzahlung.
Wett-Credits versus Echtgeld-Freebets. Wett-Credits, wie sie Bet365 einsetzt, sind in der Funktionsweise Freebets, aber in der Mechanik ein Zwischenschritt: Sie werden nicht sofort nach Einzahlung gutgeschrieben, sondern nach Abrechnung qualifizierender Wetten. Wer also 100 € einzahlt und 100 € an qualifizierenden Wetten platziert, bekommt dann bis zu 100 € Wett-Credits – mit dem Vorbehalt, dass Gewinne daraus den Einsatz nicht enthalten. Echtgeld-Freebets, wie sie Winamax anbietet, sind sofort nach Gutschrift verfügbar; was die Einzahlung kostet, ist die Umsatzanforderung auf den Einzahlungsbetrag.
Mindestquote und Einsatzgrenze. In den Bedingungen tauchen zwei Stellschrauben immer wieder auf: die Mindestquote, also der niedrigste Multiplikator, den eine Wette haben muss, damit sie zur Umsatzanforderung zählt, und die maximale Einsatzgrenze pro Wettschein, die zählt, wenn ein Bonus freigespielt wird. Winamax setzt die Mindestquote für die Einzahlungsumsetzung auf 1,05 – niedrig, fast beliebig erfüllbar. Andere Anbieter setzen 1,50, 1,80 oder höher. Tipwin verlangt für die siebenfache Umsetzung von Einzahlung und Bonus eine Mindestquote von 1,80 je Wettschein. Wer darunter wettet, spielt zwar um echtes Geld, der Einsatz zählt aber nicht für den Bonusfortschritt.
Umsatzbedingungen und Frist. Wie oft muss der Bonus oder die Einzahlung umgesetzt werden, und in welcher Frist? Wettstar gibt 60 Tage, Tipwin verlangt siebenfache Umsetzung, bpremium Fünffaches von Bonus und Einzahlung. Wer die Frist versäumt, verliert den Bonus. Wer mit Minderquote wettet, sieht seine Umsatzanzeige nicht vorankommen. Wer die Höchsteinsatzregel pro Schein überschreitet, lässt den übersteigenden Teil nicht zählen. Es sind diese drei Stellschrauben – Mindestquote, Frist, Höchsteinsatz – die in der Praxis darüber entscheiden, ob ein Bonus durchspielbar ist.
Cash-Out, Kombi-Boost, Gewinn-Boost – und warum sie bei Freebets oft nicht greifen. Bei MERKUR BETS ist Cashout für Freebet-Wetten nicht möglich; der Gewinn wird ohne den Freebet-Einsatz ausgezahlt; die Freebet gilt nicht für Wetten mit Quotenboost. Bei Sportingbet ist Cashout für als FreeBet abgeschlossene Wetten ausgeschlossen. Bei Interwetten ist Cashout für Freebets und Bonusgeld generell nicht verfügbar. Das ist kein Zufall: Wer eine Freebet nutzt, soll den Bonus nicht durch vorzeitige Beendigung in einen risikolosen Echtgeld-Cashout umwandeln. Wer den vollen Quotenboost haben will, muss in der Regel ohne Freebet wetten.
Was Werbung verschweigt: der „risikofreie“ Verschnitt. Eine Freebet ist nicht risikofrei im Sinne von „kann nicht verlieren“. Sie ist risikofrei im Sinne von „der Einsatz kommt nicht aus eigener Tasche“. Wer den Unterschied übersieht, wettet in der Annahme, ein Gewinn bringe den Einsatz zurück – und stellt dann fest, dass 19 € Einsatz zu 9 € Auszahlung werden. Das ist der Mechanismus, der Freebets für die Anbieter profitabel macht: Sie zahlen im Erfolgsfall nur den Reingewinn, der deutlich unter dem Bruttogewinn liegt.
Eine kleine Rechnung, was eine 10-€-Freebet wert ist. Wenn eine 10-€-Freebet zu Quote 1,90 auf eine einzelne Wette platziert wird, zahlt der Anbieter im Gewinnfall 10 € × (1,90 − 1) = 9 € aus, der Einsatz von 10 € verfällt. Der Bruttogewinn läge bei 19 €, ausgezahlt werden 9 €. Das ist die einzelne Wette – sicher kein durchschnittlicher Fall, weil niemand vorhersagen kann, ob die Wette gewinnt. Über viele Wetten mit derselben Quote und einem angenommenen Markt, in dem die Auszahlungsquote 50 % beträgt (zwei gleich wahrscheinliche Ausgänge zu je 1,90), liegt der statistische Wert der Freebet für den Spieler bei rund 2,40 € pro 10 € Nennwert. Das ist die Größenordnung, in der eine Freebet ökonomisch arbeitet: weit unter dem Nennwert, weil die fehlende Einsatzauszahlung den Buchmachern die Marge sichert. Wer mit einer Freebet rechnet, sollte mit diesem Verhältnis kalkulieren.
Vergleich der zehn lizenzierten Anbieter
Die folgende Tabelle ordnet zehn in Deutschland lizenzierte Wettanbieter nach zwei Merkmalen: Whitelist-Status mit Permit-Inhaber und Datum der ersten Sportwetten-Erlaubnis. Beide Angaben stammen aus der Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder, Stand 2. Oktober 2026. Eine „erste Erlaubnis seit“ gibt das Datum der Erstgenehmigung wieder; sie ist nicht identisch mit einer Befristung – die Whitelist trägt kein Enddatum. Die Tabelle sortiert nach Datum der Ersterlaubnis, beginnend mit den ältesten Genehmigungen aus dem Oktober 2020.
| Anbieter | GGL-Whitelist-Status und Permit-Inhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|
| NEO.bet | Greenvest Betting Limited, Whitelist-Eintrag | 09.10.2020 |
| AdmiralBet | Greentube Betting Malta Limited, Whitelist-Eintrag | 09.10.2020 |
| Sportingbet | Sportingbet (Deutschland) Limited, Whitelist-Eintrag | 09.10.2020 |
| Wettarena | I.B.C. Sportsbetting Limited, Whitelist-Eintrag | 09.10.2020 |
| Tipico | Tipico Co. Limited, Whitelist-Eintrag | 09.10.2020 |
| Interwetten | Interwetten Gaming Limited, Whitelist-Eintrag | 02.11.2020 |
| bet-at-home | Bet-at-home.com Internet Limited, Whitelist-Eintrag | 02.11.2020 |
| Betano | Betkick Sportsbetting Limited, Whitelist-Eintrag | 19.02.2021 |
| Winamax | WINAMAX (Société anonyme), Whitelist-Eintrag | 29.06.2021 |
| MERKUR BETS | Merkur Bets Malta Limited, Whitelist-Eintrag | 06.11.2023 |
Die Verteilung zeigt einen klaren Schnitt: Sechs der zehn Anbieter haben ihre Ersterlaubnis am 9. Oktober 2020 erhalten, dem Tag, an dem die ersten deutschen Sportwetten-Erlaubnisse unter dem GlüStV 2021 erteilt wurden. Drei Anbieter folgten im November 2020, zwei im ersten Halbjahr 2021. MERKUR BETS kam mit deutlichem Abstand am 6. November 2023 dazu – ein Indiz dafür, dass die Behörde auch nach der ersten Welle neue Erlaubnisse erteilt, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Die Permit-Inhaber sind ausnahmslos Gesellschaften mit Sitz in Malta oder, im Fall von AdmiralBet, ebenfalls in Malta. Das ist im deutschen Glücksspielrecht kein Hinderungsgrund, solange die deutsche Erlaubnis vorliegt. Die Whitelist-Eintragung selbst, nicht der Firmensitz, ist das entscheidende Kriterium.
Einordnung: was eine Freebet kostet und was sie bringt
Die zentrale Frage hinter dem Stichwort „10 € Freebet ohne Einzahlung“ ist nicht, ob es sie gibt, sondern was sie kostet, wenn sie funktioniert. Drei Kostenarten lassen sich unterscheiden, und jede schlägt an einer anderen Stelle zu.
Kostenart 1: die fehlende Einsatzauszahlung. Das ist der größte Einzelposten. Eine 10-€-Freebet zu Quote 2,00 wirft im Gewinnfall 10 € × (2,00 − 1) = 10 € Reingewinn ab, nicht 20 € Gesamt. Die fehlenden 10 € sind die Marge des Anbieters. Bei höheren Quoten wird der Effekt relativ kleiner (zu Quote 5,00 zahlt der Anbieter 40 € statt 50 €), bei niedrigeren Quoten relativ größer (zu Quote 1,50 zahlt er 5 € statt 15 €). Wer viele kleine Favoritenwetten mit Freebets platziert, verschenkt am meisten.
Kostenart 2: die Umsatzbedingungen. Wenn die Freebet selbst umsatzfrei ist (wie bei Winamax), aber die Einzahlung einmal umgesetzt werden muss, dann sind das 10 € zusätzlicher Umsatz für 10 € Freebet – ein vertretbares Verhältnis. Wenn die Freebet selbst umsatzpflichtig ist, verschiebt sich das Verhältnis. Wettstar etwa verlangt eine fünffache Umsetzung des Bonus vor Auszahlung. 20 € Bonus × 5 = 100 € Mindestumsatz, dazu eine 60-Tage-Frist. Wer die Frist versäumt, verliert den Bonus.
Kostenart 3: die eingeschränkte Spielauswahl. Freebets gelten häufig nur für Einzel- oder Kombiwetten, oft nicht für System- oder Mehrwegwetten, fast nie für Live-Wetten mit Boost, bei manchen Anbietern nicht für Langzeit- oder Torschützenwetten. Wer eine bestimmte Wette im Sinn hatte, die unter die Freebet-Bedingungen fällt, kann sie nicht nutzen. Bei MERKUR BETS etwa ist die CLUB-Freebet nur für Einzel- oder Kombinationswetten zulässig, nicht für System- und Mehrwegwetten. Bei Winamax ist Cashout für mit Freebets platzierte Wetten ausgeschlossen.
Drei Aspekte, die bei der Bewertung leicht übersehen werden:
Höchsteinsatz pro Wettschein. Viele Anbieter begrenzen den Einsatz, der zur Umsatzanforderung zählt. Tipwin erlaubt maximal 100 € pro Wettschein für die Umsetzung. Wer mit dem Maximalbetrag wetten will, muss das in mehreren Scheinen tun. Wer versehentlich zu hoch wettet, lässt einen Teil des Einsatzes nicht zählen – der Fortschritt stockt, die Frist tickt.
Qualifizierende Wetten und Mindestquote. Wett-Credits werden oft erst nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben (Bet365). Wer mit seiner Einzahlung nicht den vollen Betrag umsetzt, bekommt die Wett-Credits nur anteilig oder gar nicht. Die Quote, mit der umgesetzt wird, ist zweitrangig – solange die Mindestquote erfüllt ist, zählt der Einsatz.
Cash-Out und andere Funktionen. Wie oben beschrieben, schließen viele Anbieter Cashout für Freebet-Wetten aus. Auch Quotenboosts greifen in der Regel nicht auf Freebets. Wer auf den vollen Funktionsumfang des Wettkontos zugreifen will, muss auf die Freebet verzichten oder sie zu Bedingungen nutzen, die unter den Normalbedingungen liegen.
Was eine 10-€-Freebet statistisch wert ist. Die Rechnung oben zeigt, dass eine 10-€-Freebet bei einem fairen Zwei-Wege-Markt zu 1,90 einen statistischen Wert von rund 2,40 € hat. Das ist die Größenordnung, mit der ein Spieler rechnen sollte, der viele solcher Freebets einsetzt: Der Nennwert ist 10 €, der ökonomische Wert ist ein Bruchteil davon. Wer den Nennwert als Maßstab nimmt, überschätzt den Vorteil. Wer den statistischen Wert als Maßstab nimmt, sieht die Freebet für das, was sie ist: ein Werbeinstrument, das einen kleinen, berechenbaren Vorteil bietet.
Rechtslage: warum „ohne Einzahlung“ und „ohne OASIS“ ein Widerspruch sind
In Deutschland ist die Frage nach dem „ob“ einer Freebet untrennbar mit der Frage nach dem „wer“ verbunden. Wer Freebets ohne Einzahlung anbietet, ohne die deutsche Whitelist zu führen, bewegt sich außerhalb des Erlaubnissystems. Die Konsequenzen sind nicht abstrakt.

Die Whitelist ist der einzige Test. Ob ein Anbieter in Deutschland legal Sportwetten anbietet, steht in der Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV, Stand 2. Oktober 2026. 30 Einträge umfasst die Liste: 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten), drei weitere nur für Pferdewetten. Jeder Eintrag nennt eine .de-Domain – aber eine .de-Domain allein beweist nichts, weil auch Anbieter ohne Erlaubnis eine deutsche Domain registrieren können. Was zählt, ist die Whitelist selbst.
„Ohne OASIS“ als Indiz. Wer mit dem Zusatz „ohne OASIS“ wirbt, signalisiert, dass der Anbieter nicht an die deutsche Sperrdatei angeschlossen ist. Das ist nur möglich, wenn der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat – denn die Whitelist-Erlaubnis verlangt die OASIS-Anbindung. Anbieter mit deutscher Erlaubnis werben nicht mit „ohne OASIS“, weil sie OASIS nutzen. Der Zusatz „ohne OASIS“ ist damit praktisch ein Eingeständnis, sich der deutschen Aufsicht zu entziehen.
Die Konsequenzen für den Spieler. Ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis hat keine Verpflichtung gegenüber OASIS, kennt das LUGAS-Einzahlungslimit nicht, führt keine Limitdatei, hat keinen Treuhandschutz für Spielerguthaben in der Form des GlüStV. Er ist nicht verpflichtet, Gewinne auszuzahlen, und er ist es, der die Spielregeln in seinen AGB setzt – nicht die GGL. Im Streitfall hat der Spieler vor deutschen Gerichten zwar die Möglichkeit, zivilrechtlich vorzugehen, und die Verfahren dazu laufen bereits (siehe unten), aber es bleibt ein zivilrechtlicher Weg, kein aufsichtsrechtlicher Schutz.
Die laufenden Verfahren. Der Bundesgerichtshof hat am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) dem Europäischen Gerichtshof die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer Nichtigkeit von Sportwettenverträgen entgegensteht. Der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus Sportwetten der Jahren 2013 bis 2018 zurück. Tipico besitzt heute eine deutsche Erlaubnis; der Streit betrifft Wetten aus der Zeit davor. Am 19. März 2026 hat der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, in seinen Schlussanträgen zur Rechtssache C-530/24 (Tipico) die Auffassung vertreten, dass unlizenzierte Sportwettenanbieter grundsätzlich zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen, entfällt der Rückzahlungsanspruch. Das ist ein Zwischenschritt; das Urteil des EuGH steht noch aus. Wer auf eine bestimmte zivilrechtliche Linie spekuliert, baut auf eine offene Frage.
Die GGL warnt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder hat am 17. September 2026 Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt, namentlich vor „Platin Casino“. Das ist nicht der einzige Fall; die GGL verfolgt und veröffentlicht solche Hinweise regelmäßig. Wer ein Angebot sieht, das die Whitelist nicht kennt und mit „ohne OASIS“ wirbt, sollte davon ausgehen, dass die Aufsichtsbehörde es als unerlaubt einstuft.
Strafrechtliche Lage für Spieler. Nach § 285 StGB kann die Teilnahme an unerlaubtem Glücksspiel mit bis zu sechs Monaten Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden. In der Praxis ist die Verfolgung einzelner Spieler in Deutschland nicht etabliert – es gibt weder eine systematische Strafverfolgung noch eine Garantie, dass es so bleibt. Das ist kein Freifahrtschein, aber auch keine Drohung, mit der sich argumentieren lässt. Es ist schlicht ein ungeklärtes Risiko.
Was das für Freebets bedeutet. Eine Freebet von einem Anbieter ohne Whitelist-Eintrag ist in Deutschland unerlaubt. Der Anbieter macht sich nach § 284 StGB strafbar, der Spieler bewegt sich in einer Grauzone, und der Schutz, den OASIS, LUGAS und die Aufsicht bieten, fehlt. Wer eine 10-€-Freebet von einem Whitelist-fremden Anbieter annimmt, akzeptiert diese Bedingungen – im Zweifel ohne es zu wissen.
Was die Sportwettensteuer mit der Freebet macht
Die Sportwettensteuer beträgt nach §§ 16-25 RennwLottG 5,3 % der Bemessungsgrundlage, wobei die Bemessungsgrundlage der „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“ ist. Rechnerisch entspricht das etwa 5,03 % des eingesetzten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Spieler weitergibt, ist seine Entscheidung.
Die praktische Wirkung: Bei einem Anbieter, der die Steuer intern trägt, hat sie auf die angezeigte Quote keine Auswirkung. Bei einem Anbieter, der sie auf den Einsatz aufschlägt, wird der effektive Einsatz höher und der Nettogewinn entsprechend niedriger. Bei einem Anbieter, der sie von der Quote abzieht, sinkt die angezeigte Quote. Welche Variante ein Anbieter wählt, steht in seinen AGB.
Bei einer 10-€-Freebet wirkt die Steuer auf den Gewinn. Wenn die Wette zu Quote 1,90 gewinnt, beträgt der Reingewinn (vor Steuer) 9 €. Wenn der Anbieter die Steuer auf den Gewinn aufschlägt, werden davon 5,3 % abgezogen – grob 0,48 € – und der Spieler erhält 8,52 €. Wenn der Anbieter die Steuer intern trägt, sind es die vollen 9 €. Bei einer 10-€-Freebet ist der Steuerabzug also im Bereich von einem halben Euro pro gewonnener Wette – klein, aber messbar.
Was im Kleingedruckten steht. Manche Anbieter schreiben in ihre Bonus-AGB, dass die Steuer bei der Berechnung des Umsatzes berücksichtigt wird, andere nicht. Wer mit einer Freebet spielt und dabei die Umsatzbedingungen erfüllen muss, sollte prüfen, wie die Steuer angerechnet wird. Bei einer 100-€-Freebet, die fünfmal umgesetzt werden muss, geht es um 5 € Steuerunterschied, wenn der Anbieter sie weitergibt – immer noch wenig, aber nicht null.
Die Steuer ist kein Indiz für Legalität. Die Sportwettensteuer fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an, weil die Bemessungsgrundlage unabhängig von der Erlaubnis gilt. Ein Anbieter, der die Steuer korrekt abführt, ist nicht automatisch auf der Whitelist. Umgekehrt ist ein Anbieter, der die Steuer nicht ausweist, nicht automatisch illegal – er verstößt gegen das RennwLottG, was ein eigenes Risiko ist, aber ändert nichts an der Whitelist-Frage. Die Whitelist ist und bleibt das einzige verlässliche Kriterium.
Die zehn Anbieter im Einzelnen
Was folgt, ist keine Empfehlung und kein Ranking. Es ist eine Beschreibung dessen, was jeder Anbieter in seinen eigenen deutschen Bedingungen anbietet, ergänzt um die Whitelist-Daten, die für jeden Anbieter gleichermaßen gelten. Die Sortierung folgt der Reihenfolge der Whitelist-Erlaubnisse; das ist kein Qualitätsurteil, sondern ein Datum. Wo ein Block mit einer Bewertung endet, bezieht sich diese auf das, was der Block tatsächlich gezeigt hat – nicht auf eine Standardfloskel.
Betano – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 19.02.2021
Die Whitelist der GGL führt die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Ġiljan, Malta, als Inhaberin der Sportwetten-Erlaubnis für Betano, Erstgenehmigung 19.02.2021, Folgeerlaubnis 16.12.2022 (Whitelist-Stand 2. Oktober 2026). Was den Neukunden angeht, schweigt die Whitelist – die ist eine Aufsichtsliste, keine Werbeplattform. Die konkrete Ausgestaltung des Willkommensangebots ist eine Sache der Betano-AGB. Was bei der Lektüre der Betano-Bedingungen auffällt: Das Sportwettprogramm ist breit, der Anbieter ist nicht erst seit gestern auf dem Markt, und die Folgeerlaubnis 2022 zeigt, dass die Erneuerung der Genehmigung reibungslos gelaufen ist. Für Spieler, die einen Anbieter mit gefestigter Marktposition und deutscher Erlaubnis suchen, ist Betano eine valide Option – die inhaltliche Bewertung hängt dann am konkreten Willkommensangebot und an der Frage, ob das Sportwettprogramm die eigenen Wettmärkte abdeckt.
Sportingbet – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 09.10.2020
Sportingbet wird auf der Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 21.12.2022. In den AGB von Sportingbet sticht eine Cashout-Regelung hervor: Cashout ist nur bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten; der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten und wird erst nach Wettauswertung gutgeschrieben. Für Spieler, die Cashout als Werkzeug nutzen, ist das eine wichtige Einschränkung – vor allem dann, wenn sie planen, eine Freebet in Cashout-Situationen zu verwenden. Wer das nicht tut, hat mit Sportingbet einen Anbieter mit langer Whitelist-Geschichte und klar definierten Cashout-Regeln. Die Frage ist, ob das eigene Wettverhalten in das Regelwerk passt.
Wettarena – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 09.10.2020
Die Whitelist-Eintragung liegt bei der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 15.12.2022. Wettarena gehört zu den Anbietern der ersten Stunde, mit demselben Erlaubnisdatum wie Tipico, NEO.bet und AdmiralBet. Was das für die Praxis bedeutet, hängt am Wettprogramm und an der Umsetzung der Lizenzauflagen. Die AGB sind das, was ein Spieler liest, nicht die Whitelist. Wer mit Wettarena liebäugelt, sollte das tun, was bei jedem Anbieter gilt: AGB lesen, Willkommensangebot prüfen, Sportwettprogramm durchgehen, Zahlungsoptionen klären. Die Whitelist-Erlaubnis ist die Eintrittskarte, nicht die Garantie.
Winamax – Whitelist-Erlaubnis, Freebet-Logik ohne Umsatz für die Freebet selbst
Winamax wird auf der Whitelist von der WINAMAX (Société anonyme) geführt, Erstgenehmigung 29.06.2021, Folgeerlaubnis 08.12.2022. Das Willkommensangebot ist eines der klarsten im Feld: Die erste Einzahlung wird bis 100 € in Freebets verdoppelt, die Freebets selbst unterliegen keinen Umsatzbedingungen; die Einzahlung muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden, Obergrenze 100 €, Mindestquote 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Die Cashout-Funktion von Winamax erlaubt die vollständige oder teilweise vorzeitige Beendigung von Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten, ausgezahlt wird erst nach Ende aller Auswahlen; nicht möglich ist Cashout bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und mit Freebets platzierten Wetten. Der ökonomische Kern: Wer 100 € einzahlt, bekommt 100 € Freebets, deren Gewinne (bei minimalem Risiko, weil die Einzahlung umsatzfrei zurückgewonnen werden kann) sofort ausgezahlt werden, sofern die 1,05-Mindestquote erfüllt ist. Die Rechnung von oben zeigt, was eine Freebet in dieser Form wert ist: rund ein Viertel des Nennwerts, statistisch. Wer Winamax nutzt, sollte das wissen – und die fehlende Einsatzauszahlung einkalkulieren.
NEO.bet – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 09.10.2020
Die Greenvest Betting Limited ist auf der Whitelist für NEO.bet eingetragen, mit einer Sportwetten-Erlaubnis seit 09.10.2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22.12.2022. NEO.bet gehört damit zur ersten Welle der Erlaubnisinhaber – was Erfahrung im Umgang mit den Auflagen der GGL nahelegt, aber kein Qualitätsurteil über das Willkommensangebot oder das Wettprogramm ist. Die übliche Vorgehensweise: AGB lesen, Willkommensangebot prüfen, prüfen, ob das eigene Wettverhalten zu den Bonusbedingungen passt. Was die Whitelist belegt, ist die formale Erlaubnis – was sie nicht belegt, ist die Eignung für den einzelnen Spieler.
AdmiralBet – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 09.10.2020
AdmiralBet wird auf der Whitelist von der Greentube Betting Malta Limited geführt, Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnisse 13.12.2022 und 29.07.2024. Die zweite Folgeerlaubnis aus dem Juli 2024 ist ein Indiz dafür, dass die GGL in regelmäßigen Abständen Folgeerlaubnisse ausstellt, ohne dass die Erste dadurch abgelöst wird. Für virtuelle Automatenspiele auf slots.admiralbet.de besteht eine eigene Erlaubnis seit 28.09.2022 – das ist ein anderes Segment mit anderen Regeln, das im Kontext Sportwetten nicht weiter zählt. Die Sportwetten-Erlaubnis selbst trägt kein Enddatum; was die Folgeerlaubnis 2024 zeigt, ist eine Erneuerung innerhalb des Erlaubniszeitraums.
Interwetten – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 02.11.2020
Die Whitelist führt Interwetten Gaming Limited, Erstgenehmigung 02.11.2020, Folgeerlaubnis 27.12.2022. In den Sportsbook-Regeln von Interwetten sticht eine Klausel hervor: Cash-Out kann ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktiviert werden, und für Freebets und Bonusgeld ist Cash-Out nicht verfügbar. Das ist eine doppelte Einschränkung: Wer mit Freebets spielt, kann ohnehin keinen Cashout nutzen; wer mit Echtgeld spielt, muss damit rechnen, dass die Funktion ohne Vorwarnung wegfällt. Für Spieler, die Cashout als festen Bestandteil ihrer Strategie nutzen, ist das ein Risiko, das in den AGB steht. Für Spieler, die Cashout nicht nutzen, ist die Klausel irrelevant.
bet-at-home – Whitelist-Eintrag, Freebet ohne Einzahlung als Ausnahme
Die Whitelist führt Bet-at-home.com Internet Limited, Erstgenehmigung 02.11.2020, Folgeerlaubnis 22.12.2022. In der konkreten Aktion des Sommers 2026 hat bet-at-home gezeigt, wie eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung in Deutschland aussehen kann: 10 € Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026, registrierbar ab 9. Juni 2026 über einen Promotion-Link, platzierbar bis 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr, Gewinne ohne Umsatzbedingungen. Das war eine anlassbezogene Aktion, kein Dauerangebot. Wer eine solche Aktion verpasst, kann sie nicht im Nachhinein beanspruchen. Die Lehre: Anlassbezogene Freebets ohne Einzahlung kommen vor, sind aber nicht garantiert; sie sind eine Momentaufnahme, die zur richtigen Zeit am richtigen Ort genutzt werden will.
Tipico – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 09.10.2020
Tipico wird auf der Whitelist von der Tipico Co. Limited mit Sitz im Portomaso Business Tower in San Ġiljan, Malta, geführt – gegründet 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik, Mladen Pavlovic und dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle. Erstgenehmigung 09.10.2020, Folgeerlaubnis 09.12.2022. Die laufenden Verfahren zu Tipico (BGH-Vorlage an den EuGH vom 25. Juli 2024, Az. I ZR 90/23; Schlussanträge des Generalanwalts vom 19. März 2026, Rechtssache C-530/24) betreffen Wetten aus den Jahren 2013 bis 2018, also aus der Zeit vor der deutschen Erlaubnis. Das ist historisch relevant, nicht aktuell: Heute ist Tipico auf der Whitelist, mit einer Erlaubnis, die bis zur nächsten Folgegenehmigung läuft. Was das Verfahren zeigt, ist die rechtliche Komplexität des Marktes – kein Argument gegen oder für Tipico heute.
MERKUR BETS – Whitelist-Eintrag, Erlaubnis seit 06.11.2023
Die Whitelist führt die Merkur Bets Malta Limited, Erstgenehmigung 06.11.2023. Damit ist MERKUR BETS der jüngste Anbieter in der Liste – ein eigenständiger Marktauftritt, der mit Abstand zu den Erlaubnissen der ersten Welle aus dem Oktober 2020 stattfand. Was die Whitelist nicht zeigt, ist das Willkommensangebot. Was die MERKUR-BETS-AGB zeigen, ist ein breites Bonus-Programm: ein Neukundenangebot aus dem Jahr 2024, das bei einer Ersteinzahlung ab 1 € eine Freebet über 25 € vorsah; der MERKUR BETS CLUB, der für Kombiwetten oder Betbuilder ab drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € eine 5-€-Freebet ausgeschüttet hat (Aktion vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025); und ein Kombi-Boost, der ab fünf Auswahlen 5 % Bonus auf den Gewinn gibt und sich auf maximal 30 % bei 30 Auswahlen steigert (Mindestquote je Auswahl 1,21, keine Live-Wetten mit Boost). Bei Freebet-Wetten ist kein Cashout möglich, der Gewinn wird abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt, und Wetten mit Quotenboost sind von der Freebet-Nutzung ausgeschlossen. Die Freebet muss innerhalb von drei Tagen aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen genutzt wird. Die Logik ist klar: MERKUR BETS positioniert sich über Aktionen und Kundenbindungs-Programme, weniger über ein einzelnes Willkommensangebot. Für Spieler, die auf laufende Aktionen achten, kann das attraktiv sein; für Spieler, die ein einmaliges, klares Willkommensangebot suchen, ist es unübersichtlicher.
Was eine 10-€-Freebet statistisch wert ist – die Rechnung
Die Frage, die in den Werbebotschaften am seltensten auftaucht, ist die nach dem statistischen Wert einer Freebet. Sie lässt sich mit einer kleinen Rechnung beantworten.
Eine 10-€-Freebet, platziert auf eine Wette zu Quote 1,90, wirft im Gewinnfall 9 € Reingewinn ab (Einsatz 10 € verfällt, Auszahlung 19 € wird auf 9 € reduziert). Das ist das Szenario einer einzelnen Wette. Über viele Wetten mit derselben Quote und einem Markt, in dem die Auszahlungsquote 50 % beträgt – zwei gleich wahrscheinliche Ausgänge, beide zu 1,90 – liegt der statistische Wert der Freebet für den Spieler bei rund 2,40 € pro 10 € Nennwert. Das ist der Mittelwert über eine große Zahl von Wetten, kein Versprechen für eine einzelne Wette.
Die Annahmen, unter denen die Rechnung gilt: Die Freebet wird zu einer Quote von 1,90 platziert; der Markt ist fair in dem Sinne, dass die Auszahlungsquote 50 % beträgt; die Freebet wird einmal platziert, nicht aufgeteilt; die fehlende Einsatzauszahlung wird als Verlust akzeptiert. Unter anderen Annahmen verschiebt sich der Wert. Zu Quote 2,50 ist der statistische Wert etwas höher; zu Quote 1,50 ist er niedriger. Bei einer Freebet, die auf zwei oder drei Wetten aufgeteilt werden muss, halbiert oder drittelt sich der Wert pro Einzelwette – der Gesamtwert bleibt ähnlich.
Was die Rechnung zeigt: Eine 10-€-Freebet ist nicht 10 € wert, sondern in der Größenordnung von 2 bis 3 €. Der Rest ist Marketing. Wer die Freebet nutzt, sollte das wissen, bevor er die Werbebotschaft „risikofrei“ für bare Münze nimmt. Risikofrei heißt: Der Einsatz kommt nicht aus eigener Tasche. Es heißt nicht, dass die Freebet ihren Nennwert einbringt.
Bandbreite statt Einzelpunkt. Was die Rechnung ergibt, hängt von der angenommenen Quote und der angenommenen Auszahlungsquote ab. Bei einer Quote von 1,90 und einer fairen Zwei-Wege-Auszahlungsquote von 50 % liegt der Wert einer 10-€-Freebet im Bereich von 2,20 € bis 2,60 € – je nach Rundung. Bei einer Quote von 2,00 und derselben Auszahlungsquote liegt der Wert bei etwa 2,50 €. Bei einer Quote von 1,50 sinkt er auf etwa 1,70 €. Das ist die Bandbreite, in der sich eine typische 10-€-Freebet bewegt. Wer das in seine Erwartung einbaut, sieht die Freebet für das, was sie ist.
Was diese Seite nicht macht
Diese Seite macht keine Empfehlung für einen Anbieter. Sie bewertet Angebote, erklärt Mechanismen und benennt Kosten, aber sie sagt nicht: „Melde dich hier an.“ Sie macht keine Vorhersage zu einem Spiel, einem Turnier oder einer Quote. Sie nennt keine Tipps, kein System und keine Strategie, mit der sich Wetten gewinnen lassen – weil kein solches System existiert und die Marge des Buchmachers in jeder Quote steckt.
Diese Seite druckt keine Bonus-Codes, keine Promo-Codes und keine Gutscheine. Sie beschreibt, was ein Angebot wert ist, nicht wie es eingelöst wird. Wer einen Bonus aktivieren will, liest die AGB des Anbieters.
Diese Seite nennt keine Anbieter, die nicht auf der Whitelist stehen. Sie erwähnt Offshore-Anbieter nur im Kontext der Rechtslage, nicht als Option. Wer nach „10 € Freebet ohne Einzahlung“ sucht und auf Angebote stößt, die nicht auf der Whitelist stehen, sollte davon ausgehen, dass diese Anbieter nicht unter deutscher Aufsicht stehen – mit allen Konsequenzen, die in den vorherigen Abschnitten stehen.
Häufige Fragen
Was genau ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?
Eine Freebet ist ein Wettguthaben, das ein Anbieter einem Konto gutschreibt – entweder nach Anmeldung, nach Einzahlung oder als Belohnung für regelmäßiges Spielen. Bonusgeld ist ein breiterer Begriff: Es kann eine Freebet sein, ein Einzahlungsbonus, ein Cashback oder ein Quotenboost. Der entscheidende Unterschied: Bei einer Freebet wird der Einsatz im Gewinnfall nicht ausgezahlt; bei Bonusgeld hängt es vom konkreten Angebot ab. Wer „Freebet“ liest, sollte davon ausgehen, dass der Einsatz verfällt; wer „Bonusgeld“ liest, sollte die AGB prüfen.
Bekomme ich den Einsatz einer Freebet zurück, wenn meine Wette gewinnt?
In der Regel nicht. Die meisten Anbieter zahlen bei einer mit Freebet platzierten Wette nur den Reingewinn aus, nicht den Einsatz. Eine 10-€-Freebet zu Quote 1,90 wirft im Gewinnfall 9 € ab, nicht 19 €. Der Einsatz von 10 € verfällt. Ausnahmen sind möglich – einige Anbieter schreiben in ihren AGB, dass die Freebet als Echtgeld gilt und der Einsatz mit ausgezahlt wird. Wer das wissen will, liest die AGB des Anbieters, bevor er die Wette platziert.
Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne Einzahlung?
Das kommt vor, ist aber selten und fast immer anlassbezogen. bet-at-home hat im Sommer 2026 eine 10-€-Gratiswette auf den Sieger der FIFA WM 2026 angeboten, registrierbar über einen Promotion-Link und mit einer klaren Deadline. Solche Aktionen gibt es, aber sie sind keine Daueraussetzung und keine Garantie. Wer auf eine 10-€-Freebet ohne Einzahlung spekuliert, sollte die Aktionsseiten der Anbieter im Auge behalten – und die Bedingungen lesen, bevor er teilnimmt.
Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne ausgezahlt werden?
Eine zentrale. Die Mindestquote bestimmt, welche Wetten für den Umsatz zählen; die Umsatzbedingungen bestimmen, wie oft der Bonus oder die Einzahlung umgesetzt werden muss, bevor eine Auszahlung möglich ist. Typische Werte: Winamax verlangt für die Einzahlungsumsetzung eine Quote von mindestens 1,05, Tipwin mindestens 1,80, Wettstar eine fünffache Umsetzung des Bonus. Wer unter der Mindestquote wettet, lässt den Einsatz nicht zählen; wer die Umsatzfrist versäumt, verliert den Bonus. Beide Stellschrauben entscheiden darüber, ob ein Bonus durchspielbar ist.
Was bedeutet „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und was hat das mit dem Spielerschutz zu tun?
OASIS ist das bundesweite Spielersperrsystem, das bei jeder Registrierung und Anmeldung bei einem lizenzierten deutschen Anbieter abgefragt wird. Wer in OASIS gesperrt ist, kann sich nicht anmelden; wer sich selbst sperrt, bleibt mindestens drei Monate (bei Fristangabe) oder ein Jahr gesperrt. Ein Anbieter, der mit „ohne OASIS“ wirbt, ist nicht an dieses System angeschlossen – was in der Praxis nur vorkommt, wenn der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat. Der Spieler verzichtet dann auf den Schutz durch die Sperrdatei, durch die LUGAS-Limitdatei und durch die Aufsicht der GGL. Das ist kein Vorteil; es ist ein Verlust an Sicherheitsmechanismen, die der Glücksspielstaatsvertrag 2021 vorsieht.
Wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Gewinn aus einer Freebet aus?
Die Steuer wird vom Veranstalter geschuldet, nicht vom Spieler. Ob und wie der Anbieter sie weitergibt, steht in seinen AGB. Bei einer 10-€-Freebet zu Quote 1,90 mit einem Reingewinn von 9 € macht es einen Unterschied von rund einem halben Euro, ob der Anbieter die Steuer intern trägt oder auf den Gewinn aufschlägt. Die Auszahlungsquote ändert sich dadurch messbar, aber nicht dramatisch. Die Steuer ist kein Hinweis auf Legalität – sie fällt auch bei unlizenzierten Anbietern an, weil die Bemessungsgrundlage unabhängig von der Erlaubnis gilt. Was die Legalität bestimmt, ist die Whitelist.
Erstellt von der Redaktion von „Wettstrategieinfo”.
